0n3 Modulanlage "Rio Blanco Mining & Logging"

Die "Rio Blanco Mining & Logging" Railroad ist eine Modul/Segment-Anlage im Massstab 1:48 mit 3 Fuss Spurweite (0n3).

Die Anlage war auf der US Convention in Adliswil/Zürich ausgestellt - siehe die Diashow "RBM&L" (Fotos von Wolfgang Bertle und Kay Kistler)
Die gelegentlich auch auf Ausstellungen gezeigte "Rio Blanco" entstand als eine im Westen der USA spielende Minenbahn. Themen sind eine eindrucksvolle Trestle-Bridge und einer Mine, die auch eine echte Beladung des Erzes auf die kleinen Schmalspurwagen ermöglicht.
4 = Mine
9 = Trestle
10 = Einfahrt in unterirdische Kehrschleife
Inzwischen wurde sie "modularisiert" (d.h. mit einem genormten Modulabschluß versehen) und deutlich erweitert. Inzwischen gibt es auch einen Waldbahnteil („logging“) mit einer kleinen Waldarbeitersiedlung, weitere Strecken und Abzweigmodule und ausserdem einen grossen Schattenbahnhof, so dass ein große Auswahl an Modellen, z.B. Shays, Climax, Porters, Diesels die Flatcars zum Abtransport des Holzes und Hoppers zum Transport des Erzes ziehen können - viele Modelle und die Schienen und Weichen sind selbst gebaut.
und so sieht war die Modulanlage aufgebaut auf der Convention in Adliswil:

Dia Shows
  • Rio Blanco M&L (0n3 Layout, high resolution)
  • Rio Blanco M&L (0n3 layout, low resolution)
  • mehr zum Thema 0n3:

    Was ist 0n3?

    von Mathias Hellmann

    0n3 - amerikanische Schmalspurbahnen im Maßstab 1:48

    0n3 (Null – n – drei) ist die Bezeichnung für Modell-Schmalspurbahnen (n für narrow gauge) in der Baugröße 0 mit 3 Fuß Spurweite. Diese ist die in Amerika am meisten verbreitete Schmalspurspurweite – von Waldbahnen bis zu Hauptbahnmäßigen Schmalspurnetzen (z.B. D&RGW in Colorado). 3 Fuß Bahnen (Spurweite 914 mm) gibt es auch in Europa im englischen Sprachraum, aber auch auf Mallorca (Ferrocarril de Sóller).


    Welche Spurweite hat 0n3 – kann man fertige Gleise und Weichen dafür kaufen ?

    Die Spurweite beträgt 19,1 mm. Gleise und Weiche gibt es praktisch nicht zu kaufen – wer sich der Baugröße verschrieben hat baut seine Gleise und Weichen selbst ! Das ist gar nicht schwer - Basismaterial sind Lindenholzleisten für die Schwellen und Schienenprofil (z.B. die schon brünierten 2mm-Tillig- Schienenprofile aus dem Elite-Programm). Gängige Schwellenabmessungen sind 4,2 (5) x 3 x 40 mm. Die Schwellen werden leicht unterschiedlich in der Länge geschnitten und individuell mit dem Messer nachbearbeitet und gebeizt – dies gibt ein natürliches und lebendiges Gleis das mit uniformen, exakt hergestellten, eingefärbtem Kunststoffschwellen niemals erreichbar ist. Die Gleise werden auf die Schwellen mit Schienennägeln oder (feiner) mit Abschnitten aus Trackklammern aufgenagelt.


    Was gibt es in der Baugröße 0n3 Fahrzeuge fertig zu kaufen ?

    Fertigmodelle gibt es nur als Messing-Kleinserienmodelle – meistens zu Preisen über $1500 und in Europa sehr schwer erhältlich. Es gibt aber eine Reihe von rührigen Kleinserienherstellern (z.B. Foothill Modells, Grandt Line, San Juan) die Bausätze für Loks und Wagen als Bausätze in Resin oder Polystyrol/Delrin anbieten. Diese Bausätze sind bezahlbar und sehr fein detailliert. Weiterhin besteht die Möglichkeit die von Bachmann angebotenen 0n30-Modelle auf 0n3 umzuspuren.

    Also ist 0n3 eine richtige Bastler- und Selbstbauer-Baugröße ?

    Ja – fast alles wird als Bausatz angeboten oder ist mit einfachen Bastelmitteln komplett selbst herstellbar. Speziell für Selbstbauprojekt gibt es ein riesiges Angebot an Bauteilen (Fenster, Türen, Schraubenköpfe, Ausstattungsdetails u.s.w.) - wie in keiner anderen Baugröße. In der Baugroße 0 sind auch kleine Details noch ohne Lupe zu basteln und viele Dinge sind im Gegensatz zu H0 aus üblichen Materialien herzustellen.

    Warum ist gerade 0n3 eine so tolle Bastler-Baugröße ?

    Bedingt durch die großen Waldvorkommen und die klimatischen Bedingungen (in einigen Gegenden in Californien regnet es an unter 10 Tagen im Jahr) werden für alle möglichen Dinge Holz verwendet. Gerade im Westen der USA sind Holzhäuser heute noch üblich - Brücken, Verladeanlagen, ja selbst Schmalspurgüterwagen sind bis auf Drehgestelle, Kupplungen, Radsätze und Beschläge aus Holz gebaut. Da sich Holz einfach verarbeiten lässt und durch beizen auch sehr natürlich gealtert werden kann ist es eine idealen Ausgangsmaterial für den Selbstbau.

    Welches Holz ist geeignet und wie wird es gebeizt ?

    Ideal für den Selbstbau ist Lindenholz: Es ist weich, sehr hell und hat eine sehr dezente Maserung. Lindenholz ist in verschiedensten Abmessungen beispielsweise in der Bastlerzentrale in Stuttgart erhältlich.
    Lindenholz läßt sich sehr gut beizen - wie das geht steht im Artikel über Gebäudebau..

    Erzverladung (ore loading) auf der RB M&L

    Die Erzverladung auf der Rio Blanco Mining & Logging funktioniert originalgetreu ...

    0n3 Norm - Kopfstücke

    Wie sieht unsere 0n3 "Modulnorm" aus?
    Antwort: sehr einfach!

    1. Die Schienenoberkante liegt bei 130cm
    2. gefahren wird mit DCC.
    3. für Gleise/Räder gilt die NMRA Norm für 0n3
    4. Endstücke: siehe Zeichnung unten.

    Zeichnung des Kopfstücks unserer 0n3 Module / Drawing of end contour of our 0n3 modules

    Bau der Minenbau (die Anfänge ...)

    Hier ein paar Fotos vom Bau der Minenbahn. Der Anfang der Minen- und Looging Anlage in 0n3 bestand aus 2 Teilen, je 1,10m x 85cm, mit einer Mine, einer Drehscheibe, einer Trestle Brücke und einer verdeckten Kehrschleife.

    Überblick über eine Hälfte der Anlage (insg. 2,20m x 85 cm)

    Oben: Endbahnhof, Unten: Verdeckte Kehrschleife - upper level: mining tracks, lower level: hidden return loop

    Minenarbeiter bei der Arbeit


    Die erste Zugkreuzung auf der Anlage


    Bauzustand der Anlage im Juli 2001




    Bauzustand Juli 2003



    US Gebäudebau

    Author: Mathias Hellmann

    Eigentlich war ich immer ein Gebäudebaumuffel...






    water tower 1

    water tower 2
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    Irgendwie wollte das mit den europäischen Gebäuden nicht so recht klappen - immer die Ziegelverbände (da muss aber die Ziegelgröße genauso maßstäblich sein wie der Verband stimmen muß .... und an den Ecken der Gebäude soll es auch übergangslos durchlaufen) und dann muss man auch noch das vorbildwidrige Material (Kunststoff) so farblich hingetrimmt werden, daß erstens die Farbe und zweitens die Oberflächenstruktur stimmt. Mit den Dächern war es auch so eine Thema - anstückeln geht nie - sieht man immer auch wenn man noch so lange schleift undspachtelt.....
    Klar für alles gibt es Lösungen und Wege - aber irgendwie wollte das nie so richtig zusammenklappen und so wurde eigentlich kein einziges Gebäude jemals fertig.

    Doch irgendwie wurde das ganz anders als ich beim ARGE-S Modultreffen in Tübingen von Wolfgang und Michael mit 0n3 "infiziert" wurde. Irgendwie könnte ich damit auch die Fazination verstehen mit der mir mein inzwischen fest in Californien ansässige Freund Henner immer wieder Fotos von amerikanischen Schmalspurbahnen gezeigt hatte.
    Da war alles aus Holz - Gebäude, Brücken, Wassertürme, Schmalspurwagen, Verladeanlagen und beim Logging auch noch das Ladegut.

    Nun Holz ist eines der Materialien das sich am Besten im Modell darstellen läßt. Man braucht auf kein Ersatzmaterial ausweichen - Holz ist auch im Model Holz. Zudem läßt sich Holz sehr einfach verarbeiten, gut verkleben und einfach beizen - also das ideale Modellbaumaterial.

    Und so wurde aus einem Gebäudebaumuffel einer, der vor lauter Gebäudebau nun fast nicht mehr zum Fahrzeugbau kommt...

    Water and Sand

    Im Sommer 2001 habe ich meinen Urlaub in Califonien verbracht. Selbstverständlich wurden auch dort schmalspurige Museums- und Touristikbahnen besucht. Ich hatte schon vor dem Abflug erste Geversuche in der neuen, ungewohnten "Modellumgebung" gemacht und so wurde dann "vor Ort" viel fotografiert, die Stimmung aufgenommen und auch Bauteile gekauft. Nach dem Urlaub stand fest - ich mache was in 0n3 !

    Eigentlich wollte ich mit meinen H0m-Module an der ARGE-Schmalspur EXPO in
    Amstetten teilnehmen (was dann u.A. aus Platz- und Personalproblemen scheiterte). Als ich dann erfuhr, dass die Voranmeldungen für den dort
    ausgeschriebenen Dioramenwettbewerb noch sehr spärlich waren fasste ich kurzfristig den Entschluss: Jetzt wird was amikanisches für die Expo
    gebaut.





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    Also machte ich mich auf die Suche nach einem Motiv was einerseits typisch amikanisch ist und andererseits in den gegeben Platz- und Zeitrahmen machbar war. Typisch sind natürlich die hölzerne Wassertürme und in einer Narrow Gauge und Short Line Gazette (dem US-Schmalspurmodell-Fachblatt) hatte ich eine Zeichnung für eine tolle Besandungsanlage gesehen: bestehend aus einem Sandbunker, einer kleinen Holzhütte mit Trocknungsofen und einem hölzernen Turm mit kleinem Silo für den getrockneten Sand. Ich habe mich an dem Artikel "Sand Facility" von Gilbert Gribi in der Gazette March/Apr 95 orientiert - nur ist bei mir das Dach als Schindeldach und die Seitenwände als Board-and-batten ausgeführt. Als Vorlage fürden Wasserturm diente mir das von Wolfgang gebaute Modell der 0n3-Mienenbahn.


    Das Ganze ließ sich auf der vorgesehenen A4-Fläche unterbringen und als ich in der Firma zufällig einen passende appröhre für den Wasserbehälter, von Michael das Wasserauslaufrohr (aus Weißmetall von Grandt Line), Nut-and-bolts (Schraubenimitationen - auch von Grandt Line) und verschiedenste Lindenholzleisten zusammen hatten konnte der Bau beginnen.



    Auf den Gleisbau mit echten Lindenholzschwellen, Code 70-Schienenprofilen und Tackerklammern als Schinennägel will ich später an anderer Stelle genauer eingehen.


    TIPP: Beizen

    Von Henner stammt der Tipp mit welcher Beize man den sehr hellen, ausgeblichenen, leicht gräuliche Holzton erreicht, den unbehandeltes Holz im Lauf der Jahre unter der Sonne annimmt. Ich hatte immer versucht schwarze oder graue Beize stark zu verdünnen, was aber nicht geht. Der Trick ist eine Beize aus ca. 80% Alkohol und ca. 20% flüssige schwarze Schuhcreme. Henner hat für die amikanische Schuhcreme Isopropyl-Alkohol zum verdünnen genommen - die deutsche Erdal-Schuhcreme lösst sich allerdings besser in einfachem Spiritus.
    Diese Beize wird satt aufgetragen (oder getaucht) und sofort wieder mit einem Lappen abgewischt. Eine intensiever Färbung wird durch nochmaliges beizen erreicht .
    Die Vorbildfotos einer "Miners Cabin" in Laws (ex. Southern Pacific Narrow Gauge) zeigt sehr schön welche Farbe Holz unter der brütenden Sonne in Californiens Wüsten annimmt - und wie die Sonne quasi den Lack des alten Autos vom Blech heruntergebrannt hat. Bei weniger als 10 Regentagen im Jahr ist das Auto nicht wie bei uns verrostet !








    TIPP: Schindeldächer

    Zuerst hatte ich ja Bammel vor den Dächern (- europäisches Dachziegelsyndrom) - inzwischen bin ich ein echter Fan von Schindeldächern (egal wie groß !). Auch hier kommt es wieder zu tragen: Echtes Material und alles am Stück gebaut sieht einfach aus wie beim Original.
    Als "Starthilfe" habe ich mir in USA einen Schindelbausatz von Evergreen Hills designs Cedar Shingles gekauft. Toll sind sie schon, die lasergeschnittenen Schindeln aus echtem Zedernholz. Nur selbst bei der Dachfläche der Besandungsbude schon fast nicht mehr bezahlbar - ich hatte aber noch Größeres vor! So habe ich die Idee und die Abmesungen übernommen und meine Schindel selbst hergestellt und mit ganz normalem Weißleim einzeln aufgeklebt. Was ich nicht von Evergreen übernommen haben ist die unterschiedliche Breite der einzelnen Schindeln. Obwohl ich immer gleich breite Schindeln verwende ist mir die Dachstruktur lebendig genug. Mit unterschiedlich breiten Schindeln habe ich die Befürchtung, die Dachfläche könnte zu unruhig wirken.



    Zunächst habe ich mit ca. 0,4 mm dicke Lindenholzstreifen von einem ca. 5 mm dicken Leiste heruntergesägt und diese um eine grobe Struktur zu erhalten über 40er Schleifpapier gezogen. Von diesen Holzstreifen wurden dann die einzelnen Schindeln ca. 8,5 mm lang einzeln abgeschnitten. Ich habe die Streifen aber nicht sofort mit dem Skalpell ganz durchgeschnitten sondern nur stark eingeritzt und dann abgebrochen - das dauert auch nicht länger gibt aber ganz toll fasrige Schnittkanten.



    Ganz unten an der Dachfläche wird zunächst eine ca 1 mm breiter, ebenfalls 0,4 mm dicker Streifen aufgeklebt damit die Schindeln nachher alles in der selben Neigung haben und nicht die erste Reihe flacher liegt. Nun wird auf die Dachfläche zunächst im Abstand von 8,5 mm zur unteren Dachkante und dann immer im Abstand von 6,5 mm (= 2 mm Überdeckung der Schindeln) Striche auf die Dachunterkonstruktion gezeichnet. Geschickt ist es natürlich, wenn die Dachflächen genau so lang sind wie eine vielfaches von 6,5 + 8,5 mm. Schindeln wurden zunächst (vor am Ablängen) mit der Schuhcreambeize gebeizt und nachdem alle einzeln aufgeklebt waren die ganze Dachfläche noch mal mit der Beize – nur mehr aber mit einem Hauch Mahagonibeize zugemischt nochmals gebeizt. Damit wurde der leicht rötliche Zedernton erreicht.

    Der Schotter (verschiedenen Körnungen gemischt) und das Streumaterial stammt von Steinbrüchen auf der Schwäbischen Alb. Einige Ausstattungsdetails von Preiser (Fässer, Werkzeuge) beleben die Szene.